Gefäße mögen Sport


Gefäße mögen Sport



Gefäße mögen Sport


Willst du auch im hohen Alter noch regelmäßig Radfahren oder einfach generell Spaß an einem aktiven und vitalen Leben haben? Du selber hast die Wahl: Willst du das Altern annehmen, wie es sich ergibt, oder sogar noch negativ begünstigen, oder willst du es aktiv positiv beeinflussen?

Unser Lebensstil, unter anderem der Sport spielen dabei große Rolle, die sehr vielen so gar nicht bewusst ist.
Nicht umsonst wird oft folgende Meinung in der Medizin vertreten:

„In der Prävention, also der Vorbeugung von Erkrankungen liegt die Zukunft für die Medizin und Forschung.“

Nicht erst warten bis die Krankheiten auftreten, sondern aktiv dazu beitragen, dass sie erst gar nicht entstehen.

Der Alterungsprozess

Grundsätzlich kann der Alterungsprozess in das Altern durch das Erbgut und das biologische Altern unterschieden werden. Der Alterungsprozess durch das Erbgut lässt sich so gut wie gar nicht beeinflussen. Was ist das biologische Alter? Als biologisches Alter kann man den realen Leistungs- und Abnutzungszustand unseres Körpers sehen, der speziell von unserem Lebensstil abhängig ist.

Ein kurzes Beispiel dazu:

Ein 50jähriger, der auf ausreichend Bewegung, Ernährung und den Alkoholkonsum achtet kann im biologischen Alter „jünger“ sein als ein Mitte 30-jähriger, der stark übergewichtig ist, eine Schachtel Zigaretten am Tag raucht und regelmäßig Alkohol konsumiert.

Faktor Lebensstil

Unser Lebensstil sind Umweltfaktoren, die jeder Einzelne selbst bis zu einem gewissen Grad steuern kann und damit gezielt dem Alterungsprozess entgegenwirken kann.
Dazu zählen körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stress. Diese Faktoren beeinflussen wiederum medizinische Parameter wie Übergewicht, Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerte. Befinden sich diese Werte im gesundheitsschädlichem Zustand spricht man vom metabolischen Syndrom. Metabolismus bedeutet Stoffwechselprozess, das heißt unter dem metabolischen Syndrom werden Krankheiten verstanden, die erst durch einen gestörten Stoffwechsel entstehen. Das ist ein gesundheitliches Problem, für das wir in manchen Fällen nicht beeinflussen können, oft aber sind wir selber der Grund der Entstehung dieser Krankheiten. Erst das komplexe Zusammenspiel dieser zahlreichen Faktoren macht eine fundierte Anschauung über den tatsächlichen Zustand des menschlichen Körpers möglich und ist entscheidend für die wahrscheinliche Lebenserwartung.

Wie wirken sich diese Faktoren auf den menschlichen Körper aus?

Der menschliche Körper besitzt Gefäße, die als kilometerlanges Versorgungsnetz dienen. Die Arterien sind für die Zufuhr von Sauerstoff aus der Lunge und Nährstoffen aus der Nahrung verantwortlich. Die Venen dienen als Abtransportsystem von Giften wie Kohlendioxid. Durch die Ausdehnung und Funktion der Gefäße in sämtliche Bereiche des Körpers besitzen sie eine Schlüsselfunktion im menschlichen Körper. Im gesunden Zustand sind diese Gefäße dehnbar und reaktionsschnell, um unsere Zellen und Organe stets optimal zu versorgen. Wenn wir jetzt intensive Intervalle fahren oder laufen, weiten sich die Gefäße und dadurch kann mehr Blut zu unseren Zellen gepumpt werden. Gemäß dem Grundsatz: Je besser das Transport- bzw. Versorgungssystem, desto besser funktioniert unser Körper. Dies gilt natürlich auch in die andere Richtung. Sind unsere Gefäße nicht mehr im optimalen Zustand, hat das fatale Wirkungen für den gesamten Körper. Oft liegt die Wurzel des Übels der Erkrankung in den Gefäßen. Nicht selten fällt hier das Stichwort Arteriosklerose.

Arteriosklerose

Eine Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt, ist eine krankhafte degenerative Versteifung der Arterien, wodurch die Leitungen des Bluts teilweise verstopft sind. Zur besseren Vorstellung kann man sich ein Wassersystem vorstellen, bei dem das Rohr auch verkalken kann und dadurch nicht mehr so viel Wasser fließen kann. Charakteristisch sind Ablagerungen von Blutfetten (Cholesterin), Blutgerinnsel und Kalk in den Gefäßwänden, sozusagen ein „Rosten“ der Gefäßoberfläche. Die Arteriosklerose und daraus hervorgerufenen Herzkreislauf-Erkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache. Die Problematik daran ist, sie beginnt früh und schreitet oft unbemerkt und symptomlos fort.

Was hilft dagegen? Bewegung!

Durch Bewegung im Alltag, vor allem aber durch sportliche Aktivität können wir den Alterungsprozessen entgegenwirken. Grundsätzliche gesundheitliche Benefits sind eine bessere Sauerstoffversorgung durch eine erhöhte Lungenkapazität und verbesserten Sauerstofftransport. Unsere Herzfunktion wird durch regelmäßige gesteigerte Aktivität trainiert, die Energiespeicherung in Leber und Fettgewebe wird optimiert und die Verwendung dieser Energieträger.

Die spannende Frage ist aber: Was genau passiert nun in den Gefäßen beim Sport?

In dem Inneren der Gefäße befindet sich die Endothelschicht. Der gesamte Energiestoffwechsel läuft über diese Gefäßinnenschicht. Werden unsere Gefäße in Mitleidenschaft gezogen durch genetisches, speziell aber biologisches Altern verändert sich diese Schicht. Im optimalen Zustand ist sie glatt und hauchdünn, sie weißt also gute Fließeigenschaften auf. Die zahlreichen Risikofaktoren, die zur Arterienverkalkung führen, schaden auch der Endothelschicht. Sie wird stark aufgeraut durch fortschreitendes Alter und Stoffwechselprodukte, die durch Rauchen, erhöhte Cholesterin sowie Blutzuckerwerte im Blut entstehen. Ist diese Funktion gestört, verliert der menschliche Körper an Leistungsfähigkeit und Vitalität.
Sport macht die Entdothelschicht wieder geschmeidig. Jede körperliche Betätigung führt zu einem erhöhten Puls. Das Blut zirkuliert dadurch in erhöhter Geschwindigkeit durch die Gefäßleitungen. Die erhöhte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßleitungen erhöht die Scherkräfte auf die Gefäßwände. Dieser mechanische Druck sorgt für eine bessere Anpassung der Gefäßwände und erhöht ihre Elastizität. Das Resultat: Eine bessere Funktion der Endothelschicht. Außerdem erhöht sich die Pulswelle beim Sport. Die Pulswelle ist die rhythmische Kontraktion des Herzmuskels bei Austritt des Bluts aus der Herzkammer. Der erhöhte Rhythmus wirkt sich positiv auf die Endothelzellen aus, die dadurch auf erhöhte Bereitschaft gehen und sich besser gegen den erhöhten Druck schützen. Kurz gesagt: Sport verbessert den Gefäßdurchmesser und die Geschmeidigkeit der Endothelschicht, wodurch eine bessere Blutversorgung der Zellen und Organe gewährleistet werden kann. Unser Körper funktioniert grundsätzlich immer nach demselben Prinzip. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg. Was über Jahre hinweg schlechter wird durch das genetische Altern, vor allem aber durch unseren Lebensstil, kann nicht in ein paar Wochen wieder behoben werden. Dennoch ist es möglich mit regelmäßigem Sport und Änderung des gesamten Lebensstils die entstandenen Schäden reversibel zu machen.

Professor Martin Halle der TU München beschreibt es mit den Worten:

„Nichts ist schlimmer, als reparieren zu müssen, wo doch Vorsorge und guter Lebensstil hätten verhindern können."

- Univ.-Prof. Dr. med. Martin Halle, Ärztlicher Direktor der Präventiven Sportmedizin und Kardiologie der TU München


Zur Veranschaulichung:

Wenn unser Rad, speziell die Kette, etwas in die Jahre kommt und rostig wird und wir sie dann wieder richten, was hoffentlich jeder regelmäßig macht ;), funktioniert das nach einem vergleichbaren Prinzip. Sie läuft nicht mehr optimal über die Ritzel und wenn wir sie jetzt schmieren und geschmeidig machen, ist eine optimale Kraftübertragung von den Pedalen über die Kette auf die Räder wieder möglich. Wir können uns das Gefäßsystem so vorstellen: Das Herz pumpt das Blut, wenn die Gefäße jetzt in einen gesunden, elastischen Zustand sind, gelangt das Blut unter weniger Druck und einfacher an die Zellen und Organe. Die Organe können dadurch ihrer Funktion bestmöglich nachgehen und uns ein langes, vitales und vor allem gesundes Leben ermöglichen.

Marathon mit 100!

Ein faszinierendes und zugleich inspirierendes Vorbild für Sport im hohen Alter liefert Fauja Singh. Er ist ein Läufer, der erst mit 89 Jahren mit dem Wettkampftraining begonnen hat (es ist tatsächlich nie zu spät 😉 ) und als 100!-jähriger noch an Marathonläufen teilnimmt. Den Rekord für den ältesten Marathonteilnehmer hat er in London in unter sechs Stunden aufgestellt.

Sport allein reicht natürlich nicht, kann aber zusammen mit den Faktoren Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und nicht zu vergessen Stress etliche vermeidbare Krankheiten verhindern, für die jeder von uns selbst verantwortlich ist. Wer also nicht schon allein durch den Spaß, die positiven Gefühle und die Gemeinschaft regelmäßig Sport treibt, für den muss die Perspektive auf ein längeres, gesünderes und vitaleres Leben bis ins hohe Alter Motivation genug sein!


Quellen

  • Halle, M. (2012) Zellen fahren gerne Fahrrad, 1. Auflage Wilhelm Goldmann Verlag, München
  • Tomasitsa, J. & Huber, P. (2016) Leistungsphysiologie, 5.Auflage, Springer Verlag Berlin
  • Elhakeem, A., Cooper, R., Whincup, P., Brage, S., Kuh, D., & Hardy, R. (2018). Physical Activity, Sedentary Time, and Cardiovascular Disease Biomarkers at Age 60 to 64 Years. Journal of the American Heart Association, 7(16), e007459. https://doi.org/10.1161/JAHA.117.007459



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